Zwei. Ein letzter Kaffee.

Mittwoch 10.04.2019.
Da sitze ich hier nun endlich und komme zum Schreiben auf meinem viel zu großen Laptop.
Den habe ich mir wohlüberlegt zugelegt. Die Größe jedoch könnte mir bei meinen anstehenden Reisen noch zum Verhängnis werden.
Aber abwarten. Nun sitze ich hier also in Oslo am Flughafen und trinke noch einen Kaffee bevor es nachher los geht.
Kaffee wollte ich ja eigentlich nicht mehr trinken. Ab Januar war mein Vorhaben „Jetzt lässt du den Kaffee mal sein. Das wird besser sein, wenn
du nicht abhängig von einem Getränk bist auf Reisen“. Bis Indien sind es ja noch 12 Stunden, vielleicht nutze ich die für einen ersten kleinen
Entzug.
Oslo war wundervoll. Meine Freundin Heidi, welche ich 2012 in Australien kennen gelernt habe, war mit ihrer Ruhe und Gelassenheit genau die
richtige Anlaufstelle zwischen Deutschland und Dehli. Als ich zuletzt bei ihr war im September 2018 stand der Plan nur ganz vage noch mal ins Ausland zu gehen.
Und jetzt ein halbes Jahr später bin ich wieder bei ihr mit gepacktem Rucksack und einem One-way-ticket nach Neu-Dehli.
Der Kontrast wird nicht zu übersehen sein. In mir macht sich immer wieder eine Aufregung bemerkbar und wird dann ganz schnell von einem
tiefen Gefühl von Vertrauen beruhigt. Nervös werde ich vor allem bei dem Organisatorischen, was den Flughafen betrifft. Deswegen hab ich eben
auch dreimal gefragt, ob das jetzt wirklich mein Ticket durchgehend bis Dehli ist oder ob ich in Stockholm noch irgendwas machen muss.
Die Dame der Fluggesellschaft war sehr freundlich und beruhigte mich. Alles erledigt. Alles in Ordnung. Das Gepäck wird verfrachtet und
ich muss lediglich das Flugzeug wechseln. Also abgesehen von diesen Dingen bin ich entspannt. Morgen früh werde ich von meinem Freund
Mithun am Flughafen abgeholt. Einige kennen ihn schon namentlich oder auch persönlich. Er ist selbst in Indien groß geworden, spricht fünf
Sprachen von denen ich auch zwei spreche. Also ich denke das ist sehr beruhigend. Er ist in der Tourismus-Branche tätig und spezialisiert auf
Yoga-Erfahrungen für „Westler“. Da er selber über sieben Jahre in Europa, primär Deutschland, gelebt hat, weiß er um die Unterschiede und
vielleicht auch vorherrschenden Vorurteile, Fettnäpfchen und Tricks, die mir zugute kommen werden.
Ich weiß wenig und erwarte nichts. Das fühlt sich nach einer guten Einstellung an. So kann ich eintauchen ohne zu viele Gedanken, ohne
enttäuscht zu werden oder es anders haben zu wollen. Natürlich habe ich mich versucht vorzubereiten, gehe nicht unwissend im Sinne von
Regeln und Sitten. Aber ich versuche nichts zu „wissen“ von dem ich keine Ahnung habe. Mir wurde viel „Wissen über Indien“ entgegen gebracht
von vielen Menschen, die selber noch nie in Indien waren. Völlig zurecht immer mit Bedenken und Sorgen, die geäußert werden. Aber woher kommt
dieses „Wissen“ von etwas, was man nicht erlebt hat oder kennt? Ja es gibt Nachrichten, Berichte und Erzählungen. Aber das soll nicht mein Bild
von Indien und den Menschen dort sein. Ich möchte es erfahren und mit einer gesunden Vorsicht genießen. Ich möchte den Menschen und dem Land
nicht vorab Unrecht tun und davon ausgehen, dass ich weiß wie es dort läuft. Also umso besser einen erfahrenen Swami an meiner Seite zu haben,
der auf den Straßen Indiens groß geworden und überall vernetzt ist. Die nächsten zwei Wochen werden wir wohl reisend verbringen. Mithun hat sich
da was überlegt. Eigentlich steht ja auch noch eine Hochzeit an aber irgendwie ist das nicht so verbindlich wie bei uns. Also kann es sein, dass
ich diese Hochzeit nicht erlebe aber dafür eine andere. „Sina , no problem I can take you to any wedding.“ Oke na gut. Dann lassen wir das
mal alles laufen.
Am 05. Mai beginnt meine zweimonatige Yoga-Ausbildung in Rishikesh. Diese geht bis zum 05.Juli. 2019.
Ich würde gerne Ende April in Rishikesh sein und dort ankommen bevor es dann losgeht. Na gut , ab zum Boarding mit mir 😉

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