Fünf. Oh Calcutta.

 

Kaum in Delhi angekommen waren wir auch schon wieder dabei unsere Abreise vorzubereiten. Nach der holprigen Busfahrt zurück aus dem Himalaya war eine erfrischende Dusche genau das Richtige. Mein Wunsch war es noch ein paar entsprechende Anziehsachen zu kaufen, bevor es weiter nach Kalkutta ging. Sich an Land und Leute anzupassen ist mir wichtig. Zumal die Kleidung hier dem Wetter entsprechend sehr viel Sinn macht. Zwei Outfits und eine Mahlzeit später ging es dann mit dem Taxi zum Bahnhof. Taxi fahren ist hier wirklich sehr günstig und ich frage mich, warum das in Deutschland oder anderen Ländern nicht auch so sein kann. Viele Menschen wären nicht auf ein eigenes Auto angewiesen… naja anderes Thema 🙂 Fliegen ist ja auch günstiger als Bahn fahren.
Also ich war darauf vorbereitet 12 Stunden Zug zu fahren. Auf dem Weg zum Bahnhof eröffnete mir Mithun dann, dass es keine Toiletten im Zug gibt. Das sei aber kein Problem, denn er besorge gleich noch ein Medikament, dass entsprechende Bedürfnisse unterdrückt. Daraufhin erwiderte ich, dass 12 Stunden wohl ohne Medikament machbar seien. Er lachte und sagte :“ 24 hours Sina. Train goes 24 hours.“ Just in diesem Moment stiegen wir am Bahnhof aus und mir wurde kurz alles zu viel. Chaos, viel zu viele Menschen und die blanke Panik für mich ab jetzt 24 im Zug zu sitzen. Ich kämpfte mit den Tränen und stapfte Mithun hinterher. Am Zug angekommen erinnerte ich Mithun an das Medikament, welches er doch besorgen wollte. Er lachte und sagte :“ Joke Sina. Hier ist auch Toilette im Zug.“
Haha sehr witzig. Jetzt war Ich nicht nur weinerlich sondern auch motzig. Dieser Zustand verbesserte sich erstmal nicht als ich den Menschenmassen im Zug entgegenblickte. Wir quetschten uns durch den Gang und kamen irgendwann an unseren Plätzen an. Jedes Sitzabteil besteht aus zwei x drei Liegemöglichkeiten, die auch als Sitz benutz werden können. Bei Nacht dienen sie dann als Bett. Eingequetsch am Fenster fing ich an innerlich zu beten, denn mein Verstand erzählte mir sämtliche Horrorstories, was alles passieren könnte. Gleichzeitig dachte ich mir :“ Hör auf daran zu denken. Du kreirst dir deine Realität.“
Etwas stubste mich an und ich öffnete die Augen. Zwei riesige braune Augen strahlten mich an. Ein kleiner Junge, der auf dem Ausklapptisch vor mir saß, zeigte begeistert aus dem Fenster. Ich folgte seinem Finger und sah die Natur und die Züge, die langsam an uns vorbei zogen. Und mit einem Mal war all meine Anspannung weggepustet. Die Welt durch die Augen der Kinder zu sehen, durch meine eigenen Kinderaugen- wie oft hat das schon geholfen. Ich war dankbar für diese Erinnerung und fing an mich zu entspannen und dieses Abenteuer neu zu entdecken.
Wir haben ein Zugticket für die reguläre Klasse gebucht. Ebenso wie in Deutschland, kann man hier in verschiedenen Kategorien reisen. Wir haben quasi die für alle zugängliche Klasse gewählt. Mehr Authentizität kann man wohl nicht erleben. Die Menschen reisen miteinander auf engstem Raum und man kommt direkt ins Gespräch. Für mich war es ein Genuss all das zu beobachten und observieren. An Essen und Trinken mangelte es auch nicht. Ständig lief jemand herum mit Getränken,Süßigkeiten, Essen, Frühstück, Yoghurt etc. An den jeweiligen Haltestellen wechselten dann die Verkäufer. Mithun bestellte uns online Essen, welches dann am nächsten Bahnhof in den Zug geliefert wurde. Also diese Reise im Zug ist bestens durchdacht. Nach dem Essen fiel ich dann erschöpft um und fand zu etwas Schlaf.

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Der nächste Tag ging ebenso bunt und beschäftigt weiter im Zug. Jedoch wurde es immer leerer unterwegs und inzwischen konnte man ohne Probleme die Sitze wechseln. Am offenen Fenster die Natur zu beobachten war sehr eindrucksvoll. Wechselnde Landschaften und verschiedene Dörfer zogen an uns vorbei. Es wurde zunehmend grüner und alles sah “saftiger“ aus. Am frühen Abend dann in Kalkutta angekommen war von Natur nicht mehr viel zu sehen. Der nächste große Bahnhof mit unfassbar vielen Menschen.
Ich kam mir vor, wie in einem Rausch. Alles bewegte sich schneller als ich gucken konnte, die einnehmende Wärme nahm mir die Luft zum atmen. Und was als Luft vorhanden war , präsentierte sich in Gerüchen, die atem-beraubend waren. Ich tappste Mithun hinterher, immer wieder an seiner Hand. Stehe ja eigentlich nicht darauf an der Hand zu gehen, wie ein kleines Kind. Hier in Indien mache ich das liebend gerne. Keine Ahnung wie- aber wir überquerten die Straße, die wiedermal aus vier Spuren und keiner Struktur bestand.
“First Chai“ lautete die Angabe meines 24h-Ehemanns. Jedoch habe ich beschlossen die gesamte Reise Mithuns „Frau“ zu sein. Macht alles deutlich einfacher und es geht eh jeder davon aus. Also ab zum Chai-Stand mit Gepäck und Mann.
Während ich mich für einen Zuckerrohr-Saft entschied, quasselte Mithun mit dem Chai-Verkäufer und versuchte sich zu orientieren und ein Taxi aufzutreiben. Natürlich nicht das nächstbeste- es geht ja immer noch günstiger. Als ich meinen Saft quasi geleert hatte bemerkte ich einen Eisblock, welcher mit abgerieben wurde um den Saft angenehm kühl zu machen.
“Na toll Sina – gekühlte Getränke sind ein No-Go, denn du weißt nicht aus welchem Wasser der Eisblock gemacht wurde.“
Naja zu spät. Schnell den Saft in Gedanken gesegnet und keinen weiteren Gedanken daran verschwenden, hat ja geschmeckt. Mithun wirbelte hin und her und ich schaute mich um. Dreckig, laut, es stinkt, ich bin ko…. Kalkutta ich hoffe du kannst mehr.
Eine Stunde später kamen wir dann am Zielort an. Ein gutes Stück außerhalb der Stadt, in einem kleinen Dorf erwartete uns Mithuns Papa. Die Familie hat hier in Kalkutta ein weiteres Haus. Der Vater war auch für zwei Wochen hier. Der Weg zum Dorf zeigte wieder mehr Natur und ich war erleichtert, nicht so nah an der großen Stadt zu sein.

“Sina take shower and then we go to wedding. Did you know there is wedding? I knew, my dad told me.“

Mithuns spontane und unbefangene Art bringt mich noch ein wenig aus dem Konzept und an meine Grenzen. Bis vor 1.5 Wochen war jeder Tag durchgeplant. Ich wusste wann ich wo sein muss und im besten Fall dann auch anziehe. Woher sollte ich also wissen, dass wir jetzt noch auf eine Hochzeit gehen, die übrigens direkt vor der Haustüre stattfand. In der nächsten Minute musste ich innerlich lachen und war dankbar, dass mein verkopfter Panzer langsam aufbrach und ich mich dem Treiben einfach hingeben kann.
Das Bad ist spartanisch. Geduscht wird quasi mit einem Eimersystem. Frisches Wasser ist vorhanden nur halt eben ohne Duschvorrichtung. Diese Einfachheit lerne ich direkt lieben und werde noch schneller fertig. Kein Schnick Schnack.

Die Hochzeit wurde mit dem ganzen Dorf gefeiert. Ungefähr 600 Menschen kommen um zu gratulieren und danach in einem Zelt zu essen. So eine Hochzeit besteht aus vier Tagen. Vielleicht ist Scheidung und neu heiraten deswegen kein so großes Thema. Nach einmal hat man bestimmt genug.
Also einmal kurz gratuliert, gegessen und dann ab ins Bett.
In Kalkutta hatten wir fünf ganze Tage. Den ersten Tag verbrachten wir anfänglich in der Natur. Mithuns Freunde aus der Kindheit führten unsere kleine Expedition an. Es ging auf Schlangen-Suche, denn diese Gegend ist bekannt für King-Cobras und sonstige Schlangen. Durch das recht tropische Wetter und all die kleinen Wasserbecken, schien dies perfekt für Sie zu sein. Wir stapften durch Feld und Wiesen. Immer wieder wurde mir entweder ein Obst oder eine Blume in die Hand gegeben. Ich probierte, roch und versuchte alle Eindrücke aufzunehmen. Hier und da arbeiteten Menschen im Feld oder standen am Wasser und angelten. Im Schatten lagen Kühe und beobachteten unsere kleine Gruppe. Das Gras war sehr hoch und die Möglichkeit in eine Schlange zu stolpern erschien mir schon recht hoch. Wäre nicht das erste Mal- in Australien bin ich auch beinahe auf eine Tigerschlange getreten. Aber nach der kurzen Zeit hatte ich bereits das Vertrauen in mein Karma, dass schon alles gut ging. Nachdem wir über eine kleine Brücke aus Bambusstäben balancierten (das war echt sehr wackelig und der Sumpf darunter machte mich schon etwas nervös) kamen wir an einem Feld an und hier endete unsere Expedition. An dieser Stelle war das Schilf beinahe zwei Meter hoch, der Sumpf nicht für unser Schuhwerk gemacht und die Vernunft dann doch größer. Also wieder zurück über die wackelige Brücke und auf ins Dorf. Wir spazierten und ich war beeindruckt von der Einfachheit der dort gebauten Häuser. Perfekt für die hiesigen Temperaturen vorbereitet. Frauen in bunten Saris grüßten uns und wir verweilten in zwei Häusern bei einem kühlenden Getränk. Generell findet meine Kommunikation hier wenig über Sprache statt. Das ein oder andere Wort kann ich wohl auf Hindi, Englisch ist eher schwierig fernab der Städte und Mithun kann auch nicht immer übersetzen und zur Stelle sein. Das macht aber auch nichts. Augen können so viel sagen. Besonders die Frauen sind sehr herzlich, umarmen mich und strahlen. Was ich von Anfang an gelernt habe, ist die Begrüßung der „Älteren“. Wenn ich eine Person begrüße, die älter ist als ich, dann gehe ich auf die Knie, berühre die Füße und sage „Namaste“. Das ist ein Zeichen des Respekts. Die jeweilige Person hebt dich an den Schultern wieder auf und segnet dich. Mir persönlich gefällt das sehr.

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Ich werde die Woche in Kalkutta in ein paar Highlights festhalten:

Besuch Kalkutta:

Samstag Nachmittag, als die Sonne sich dem Untergehen näherte, machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Das heißt, wir gingen 100 Meter aus dem Haus und setzten uns erstmal für einen Chai. Die kleine Hütte glich einer Bushaltestelle. Hier kann man verweilen, Chai trinken, Kekse essen und dem Gewusel auf der Straße zuschauen. Oder eben auf ein Gefährt warten, wie wir.

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Einweg-Becher mal anders: Aus Ton gefertigt.

Einen Chai später kam dann auch ein TukTuk, welches uns mit zum Bahnhof nahm. Vom Bahnhof aus nahmen wir den Zug in Richtung Kalkutta. Zug fahren mit offenen Türen macht wirklich viel Spaß. Der Wind pfeift durch den manchmal sehr vollen Zug und man kann die vorbeiziehende Natur beobachten. Noch im Zug lernen wir den 19-jährigen Jay kennen. Er ist sehr interessiert und beginnt ein Gespräch mit Mithun. Er steigt mit uns aus und führt uns direkt zu den Touri-untypischen Ecken. Ein weiteres Mal bin ich erstaunt, wie leicht die Menschen hier ins Gespräch kommen und sich füreinander die Zeit nehmen. Wenn ich im Zug bin habe ich meistens direkt ein Ziel und eine zeitliche Verpflichtung und es würde mir schwer fallen, spontan mit zwei Menschen die Stadt zu erkunden. Aber hier in Indien ist die Zeit eine ganz andere, vielleicht existiert sie auch gar nicht, wer weiß.

Sina Zug

Auf jeden Fall bekamen wir den Blumen-Markt zu sehen. Eine Straße, welche ausschließlich von Blumen-Händlern besiedelt ist. Etliche Farben und Formen schmücken die triste Straße.

Kurz danach geht es hinunter zum heiligen Ganges. Die Schuhe werden ausgezogen und zum ersten Mal stehe ich mit meinen Füßen in diesem besonderen Fluss, mit dem ich mich noch intensiver auseinandersetzen möchte. Denn auch hier habe ich primär komische Geschichten erzählt bekommen oder auch gelesen. Schaue ich mir jedoch hier den Umgang mit diesem Fluss an, dann verändert sich mein Bild und ich bin neugierig auf die indische Perspektive. Erneut beobachte ich eine Essensausgabe. Frisch gekochtes Essen, welches an alle Menschen verteilt wird, die in der Nähe sind und darum bitten. Menschen baden sich im Flusswasser oder sitzen einfach nur da und unterhalten sich, so wie wir. Eine kurze Bootsfahrt später, sind wir wieder am Bahnhof von Kalkutta und treten unseren Heimweg an. Der Zug ist sehr gefüllt und die Menschen hängen schon halb aus den offenen Türen heraus. Ich steige kurzerhand in das Frauen-Abteil ein. Mithun und Jay laufen etwas weiter zum nächsten Abteil. Meine erste eigene Zugfahrt ohne Begleitung, wie aufregend. Ich befinde mich in einem farbenfrohen Abteil mit ausschließlich Frauen und einem männlichen Bahn-Angestellten. Bei diesem vergewissere ich mich, dass ich auch ja richtig aussteige. Er gibt mir zu verstehen, dass er auch dort aussteigt und ob wir dann nicht ein „Selfie“ machen können. Frau und Kind habe er auch. Der Smalltalk hier dreht sich eigentlich immer recht schnell um die Familie und es werden auch gerne Fotos von Frau und Kind gezeigt. An der richtigen Haltestelle steigen wir also aus und Mithun kommt bereits in meine Richtung gelaufen. Fix ein Foto gemacht und dann geht es ab zum Haus- ich bin bereit für ein Abendessen und Schlaf. Mein Kopf brummt. Das war ganz schön viel Reisen innerhalb von einer Woche, Temperaturunterschiede und wenig erholsamer Schlaf.

 

Mein Körper sagt Stopp.

Meine Empfindungen am Samstag Abend erstrecken sich über den Sonntag hinweg. Etwas schlapp beschließen Mithun und ich es langsam angehen zu lassen. Wir genießen einen ruhigen Sonntag, nehmen ein Bad im anliegenden Wasserloch/Teich ? Ab Nachmittag merke ich jedoch, dass etwas nicht stimmt. Mein Kopf tut sehr weh und ich fühle mich schlapper. Kurzum- bis Donnerstag lag ich flach mit Fieber und Schmerzen. Alles halb so wild, denn ich glaube das macht man halt durch bei solchen Umstellungen. Ich wurde bestens umsorgt und hab die ruhigen Tage genießen können. Vielleicht war es auch ganz gut, dass der Körper ruhen musste, denn mein Geist war auf Hochtouren. Es fühlte sich so an, als könnten sich ein paar Gedanken setzen oder auch zum Vorschein kommen ohne zu viel Ablenkung im Außen.

Einen Gurkensalat nach Bengalischer-Art konnte ich jedoch noch zubereiten. Hierfür habe ich ein traditionelles Messer benutzt, welches aus einer einfachen Schneide besteht, die an einem Holzbrett befestigt ist. Gurke, Limettensaft und etwas Salz.

Mein Hare Krishna Moment.

Donnerstag war unser letzter Tag in Kalkutta. Freitag sollte es schon um 5:30 früh zurück Richtung Delhi gehen. Wir nutzten den Abend um noch ein wenig durch die Straßen zu schlendern. Der Freund von Mithun holte uns ab und wir spazierten zum naheliegenden Tempel. Hier und da waren vereinzelt Menschen, wir gingen an einer kleinen Gruppe vorbei, die gemeinsam sang. Sie saßen vor dem kleinen Tempel-Eingang. Im Tempel war jemand damit beschäftigt die Gaben zu segnen. Mein Wissen um die ganzen Zeremonien und jeweiligen Personen und Götter steckt noch sehr in den Kinderschuhen, deswegen kann ich nur umschreiben und wenig benennen. Wir setzten uns auf die Stufen des anliegenden Tempels und lauschten dem Gesang. Es war einfach angenehm und meditativ dort zu sitzen in der lauen Abendluft, dem Gesang zu lauschen und im Kopf ganz leer zu werden. Ich empfand es als so friedlich, dass diese Menschen hier zusammen kommen, gemeinsam singen und Zeit verbringen anstatt alleine vor dem Fernseher zu sitzen und 20:15 abzuwarten. Auch hatte diese offene Gestaltung etwas sehr freies im Vergleich zu einem geschlossenen Raum wie beispielsweise einer Kirche. Alle können teilhaben. Und wie ich so in meinen Gedanken dort saß, erhaschten meine Ohren auf einmal ein Lied, welches mir eine Gänsehaut verpasste. Dieses Lied, beziehungsweise dieses Mantra versetzte mich zurück in das Jahr 2015 als ich bei meinem ersten Reiki-Grad in Schillig an der Nordsee war. Der erste Reiki-Grad, der Grad der „Selbstliebe“. Ein so wert-volles Wochenende für mich , welches mich auch mit dem Hare-Krishna-Mantra in Berührung brachte. Mein Lehrer Peter Michael Dieckmann ist kein Krishna-Anhänger. Er nutzte die Version von Krishna Das (für mich der Joe Cocker unter den Mantra-Sängern) um uns ins Gefühl zu bringen, durch den freien Tanz. Zum ersten Mal seit langer Zeit tanzte ich frei und nüchtern vor Menschen. Erst ganz zögerlich und irgendwann so voller Freude, Freiheit und Gefühl. Diese 12 Minuten veränderten so viel für mich und dieses Mantra ist immer wieder ein Tor für mich um an dieses Gefühl anzuknüpfen. Nun saß ich also irgendwo in Indien ungeplant neben diesen Menschen, die dieses Mantra sangen. Natürlich ist das kein großes Wunder, denn dieses Mantra ist kein Geheim-Tipp 😊. Für mich schloss sich in diesem Moment jedoch ein Kreis und obwohl ich ganz woanders war, war mein Herz in Schillig bei all den lieben Menschen und Erlebnissen, die ich dort machen durfte. Ein heiliger und so dankbarer Moment. Hare-Krishna.

Delhi- Rishikesh

Der Weg zurück nach Delhi gestaltete sich erneut als 26-stündige Zugfahrt. Diesmal hatten wir jedoch eine andere „Klasse“ gebucht. Weniger Menschen, Klimaanlage, ein eigenes „Bett“, servierte Mahlzeiten und mehr Ruhe. In diesem Falle war ich ganz froh um diesen „Luxus“, denn unser Reisepensum war schon enorm in den letzten zwei Wochen. Jedoch würde ich jede weitere Zugfahrt wieder in der einfachen Klasse machen. Ich glaube man nennt es auch „Holzklasse“. Da ist es nicht langweilig und man kann sich sein Essen selber aussuchen. Ein buntes Treiben, Kommen und Gehen und einfach viel zu entdecken. Da hat mir wirklich nichts gefehlt. Es ist aber toll, dass ich nun den Vergleich habe zwischen den beiden Möglichkeiten. Ich konnte viel schlafen und dann kamen wir auch mit 2,5 Stunden Verspätung Samstag morgens in Delhi an. Mein Aufenthalt bestand lediglich daraus meine Sachen zu packen, mich frisch zu machen, etwas zu essen, Mithuns Familie zu verabschieden und mich dann ins Auto nach Rishikesh zu setzen. Von Mithuns Oma bekam ich sogar noch einen Ring an den Finger gesteckt. Also sagen wir auf die Kuppe meines Mittelfingers… ich trage ihn nun am Ringfinger- da passt er mir. Die Größenverhältnisse sind dann doch echt sehr unterschiedlich, obwohl ich mit 164cm ja auch kein Riese bin. Gut auch mit 1,64 kann man Wurstfinger haben, haha. Mit Händen und Füßen verstand ich dann auch die Aufforderung von Mama und Oma, dass ich wiederkommen soll. Na klar, das steht außer Frage. Delhi wird hier glaube ich mein Dreh- und Angelpunkt bei zukünftigen Reisebewegungen sein.
Für die Anreise nach Rishikesh habe ich mich für die teuerste Variante entschieden. Teuer im Vergleich zu Zug und Bus. Mit dem Auto beträgt die Distanz von weniger als 300 km ca 7,5 Stunden. Für diese private Autofahrt mit einem Taxifahrer haben wir ca. 70€ bezahlt. Die Busfahrt hätte vielleicht 20€ gekostet. Da wir aber zu zweit gefahren sind und keine Lust auf den Heckmeck mit der Busfahrt hatten, entschieden wir uns für diese Möglichkeit. Wenn ich von „wir“ spreche, meine ich diesmal nicht Mithun. Er ist in Delhi geblieben, denn dort lebt er und wird die nächsten Monate einiges an Arbeit vor sich haben.
Mein „neuer“ Reisegefährte ist ein Freund, den ich vergangenen Oktober in Australien kennen gelernt habe. Da er selber noch in Asien unterwegs war bot sich die Gelegenheit, dass wir uns in Indien treffen. Schwups saßen wir also im Auto und fuhren in Richtung Rishikesh. Die Autofahrt war erneut ein Erlebnis für sich und manchmal konnten wir nur mit dem Kopf schütteln. Aber gut, wir kamen an und befinden uns nun seit Samstag dem 27. April in Rishikesh.

 

4 Comments on “Fünf. Oh Calcutta.

  1. Liebe Sina. Schön von dir zu lesen. No Problem be happy . Leben – und bajhans singen die Verbundenheit spüren Jahrzehnte später Zeit -ist ein Wort ganz liebe Grüße Anke

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  2. Liebe Sina, vielen Dank für die spannenden und toll geschilderten Reisebeschreibungen. Sie sind so lebendig erzählt, dass ich beim Lesen das Gefühl bekam, Euch vor Ort ein Stück weit beiwohnen zu dürfen. Ich wünsche Dir weiterhin eine gute Reise mit vielen freudigen Erlebnissen. Und ich erwarte sehr gespannt den nächsten Bericht 😉. Lieben Gruß von Insa

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  3. Es ist einfach wunderschön zu lesen und so viel über Dich
    und Dein Inneres zu erfahren.

    Ich bin so stolz und glücklich!
    Das ich das Alles erfahre verdanke ich nur meinen beiden Töchtern,die mir vor 3J Jahren ein Smartphone geschenkt haben.
    ♡Danke ♡

    Nun werde ich Deine Aufzeichnungen weiter verfolgen und freue mich
    sehr darauf.
    Deine Oma!

    !

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