Heilung.

8 Uhr. Nur meine Matte und ich im Yoga Salah. Es ist Donnerstag. Seit Montag habe ich eine Yoga Stunde übernommen in einem wunderbaren Café. Dieses heißt „Umbrella“ und bietet neben einer sehr gesunden Küche auch eine vielfältige Fläche für Angebote an. Zwei offen gestaltete Räume dienen als „Healing-Center“ und hier kann sich jeder entfalten und die eigenen Fähigkeiten anbieten. Eine große Kreidetafel am Eingang zeigt die verschiedenen Stunden und Angebote an. Schon nach meinem ersten Besuch in dem Café stand ich mit „Reiki Session“ auf der Kreidetafel. Die Yogastunde um 8 Uhr wurde von Diana gegeben und wir haben uns auf Anhieb sehr gut verstanden. Sie ist seit über vier Monaten in Nepal und musste nun beruflich nach Cambodia. Wir beide hatten die Idee, dass ich ihre Stunde übernehme, bis Sie wieder zurück ist. So hab ich eine tolle Möglichkeit zu unterrichten und kann parallel ihren Platz „frei halten“. Das ganz geschieht auf Spendenbasis, das heißt die Teilnehmer können geben was sie möchten Es gibt auch Lehrer, die einen fixen Preis anbieten. Auch da bin ich ins Grübeln gekommen, wie der Mensch funktioniert: Ob ein fest gesetzter Preis ein gewisses Selbstbewusstsein und eine Qualität suggeriert im Sinne von: Das bin ich wert und du kannst teilnehmen, wenn du bereit bist das zu zahlen. Die Alternative der freien Bezahlung auf Spendenbasis hingegen ermöglicht jeder Person teilzunehmen egal wie klein oder groß das Budget ist. Jedoch weiß ich nicht in wie weit Menschen das auch mit Qualität und Selbstbewusstsein in Verbindung bringen. Ich finde das Konzept jedenfalls sehr toll und konnte dadurch auch schon an tollen Workshops teilnehmen in Deutschland. Jedoch ist es manchmal auch erstaunlich, was der Mensch bereit ist zu geben in der Heimlichkeit der Anonymität. Mauricio berichtete mir, dass er in einer Yoga Stunde etwas geschockt war als er im Spenden-Topf Geld wechseln wollte und dann sah, was die beiden Mädels vor ihm in den Topf gegeben hatten. Sich im nächsten Moment dann aber einen Kaffee für das dreifache zu kaufen steht manchmal in keinem Verhältnis, wenn man bedenkt was man zu Hause für eine Stunde bezahlen würde. Aber all das sind Beobachtungen und eine Bewertung oder Grämnis (gibt es dieses Wort?)  führt zu nichts- schließlich ist die Intention eine andere als ein festes Einkommen zu generieren. Ich bin sowieso an einem anderen Punkt, denn ich hatte in den vier Tagen zwei Schüler. Gestern hat Mauricio teilgenommen. An den anderen drei Tagen war ich mein eigener Schüler. Und ich bin so glücklich. Ich bin absolut dankbar diese Stunde morgens beleben zu dürfen. Egal ob jemand kommt oder nicht- ich muss da sein. Ich bin vorbereitet und darf eine Disziplin an den Tag legen, die ohne diesen fixen Termin definitiv nicht in diesem Rahmen geschehen würde. Überhaupt von einem auf den anderen Tag zu sagen „Ja ich mache das.“ ist für mich ein toller Schritt,für den ich unendlich dankbar bin. Da ich an zwei dieser Tage eh nicht sonderlich auf persönlicher Höchsttour lief, war es mal wieder eine wunderbare Fügung, dass ich nur für mich verantwortlich war. Aber nun bin ich bereit und offen und selbst wenn ich jeden Tag alleine auf der Matte bin in diesem wunderbaren Raum – mehr brauche ich nicht. Bisher konnte ich zwei Reiki-Sessions geben und bin auch dafür unendlich dankbar. Es ist immer wieder das selbe: Man muss einfach ins Tun kommen. Doch ist das oftmals so herausfordernd, wenn man es für sich selber tut oder eben den ersten Schritt gehen darf.

Ab da an entwickelt sich eine neue Energie, ein neuer Raum und dann beginnt die Neugier und die Freude. Es ist wie das Öffnen von Türen und durch das Öffnen von Türen vergrößert man einen Raum. Einen Raum, der durch die Eigen-Kreation entsteht und immer mehr befreit von einer vermeintlichen Enge. Es ist die Entfaltung deiner eigenen Fähigkeiten, Potenziale und deiner eigenen Kraft und Energie. Umso größter dieser Raum umso größer und stärker kannst du dein Licht wahrnehmen und in vielen kleinen Momenten oder irgendwann auch langfristiger, merkst du, dass dieses Licht verbunden ist mit dem universellen Licht, welches uns alle verbindet. Nur ist der Zugang dazu nicht durch ein Fingerschnipsen getan. Eigentlich sind wir ganz leichte Wesen bestehend aus Klang, Vibration, Frequenzen, Licht und Energie. Nur haben wir uns in diesem Leben dazu entschieden die Feinstofflichkeit gegen die Grobstofflichkeit einzutauschen. Wobei das stimmt ja nicht ganz. Wir sind nach wie vor noch feinstoffliche Wesen nur erleben wir dieses Leben in der Grobstofflichkeit- unserem Körper und eben der gesamten Materie auf diesem Planeten. Unser feinstofflicher Körper kann in Form der Aura beispielsweise wahrgenommen werden und hierfür gibt es ja bereits spezielle Kameras, Messungen etc. und hat nichts mit wilden Spinnereien zu tun.

Hast du Türen in deinem Leben geöffnet, die dir dieses kurze oder auch andauernde Gefühl von mehr Raum, einer Anbindung, Licht und Vertrauen gegeben haben? Gibt es Momente, Situationen, Aktivitäten, Orte oder auch andere Lebewesen, die dieses Gefühl oder diese Wahrnehmung in dir auslösen? Dieser kleine Moment in dem der Verstand still ist und einfach nur ein unendliches Gefühl der Verbindung und des Vertrauens da ist?

Vielleicht kannst du diese mehr und mehr in dein Leben bringen und somit eine innere Balance und Verbindung erspüren, die dich näher zu dir bringen, wenn du das denn möchtest.

IMG_20181020_194152(Victoria, Australia 2018)

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Vor einiger Zeit wäre ich vielleicht zutiefst verunsichert gewesen. Hätte Ausreden erfunden nicht weiter zu unterrichten, an mir gezweifelt und einfach alles hingeschmissen. Aber nichts dergleichen geschieht. Auch wenn mir bewusst wird wie viel ich noch zu lernen habe um einfach sicherer zu werden. Aber all dies geschieht ja nur durch die Praxis mit mir selber und eben auch anderen. Meine Urteile sind sehr still geworden. Die Urteile auf meine Außenwelt kann ich einfacher observieren und den Gedanken stoppen. Die Urteile mir selber gegenüber sind jedoch nicht so leicht zu observieren. Und das ist eine spannende Sache, zu lauschen und dann innerlich lächelnd abwinken und sich wieder in den Moment im Hier und Jetzt bringen. Wenn wir doch alle SIND wieso müssen wir uns dann in Raster packen, bewerten, verurteilen oder beurteilen. Und das meine ich negativ genauso wie positiv. Mit überschwänglich positiver Beurteilung identifiziert man sich genau so schnell wie mit negativer. Meine Freundin Hely und ich haben da öfter drüber gesprochen, wenn wir bei der Arbeit überdurchschnittlich gut gelobt wurden und gemerkt haben, dass wir uns damit identifizieren oder dadurch einen gewissen Anspruch an uns erheben. Mit diesem Anspruch will man dann  plötzlich einen Standard halten müssen. Müssen wir das denn? Ist das nicht auch wieder nur im eigenen Kopf kreiert, was andere von uns erwarten? Kann es uns nicht eigentlich gleich-gültig sein, was andere von uns erwarten, denn wer sind die anderen, dass sie einen Anspruch erheben können? Das Wort Enttäuschung geht damit einher. Die Enttäuschung ist das Aufdecken einer Täuschung. Ent-Täuschung. Das heißt es wurde etwas erwartet, dass nicht eingetreten ist. Entweder durch eine nicht eingetroffene Auskunft oder eine nicht gegebene Auskunft. Ist der Zustand der Gleich-gültigkeit dann nicht auch ein Zustand der Balance? Gleichgültigkeit hat eher den Geschmack von Lethargie und einer „alles-ist-egal“ Haltung. Doch bei genauerer Betrachtung sagt das Wort eigentlich nur, dass eine gleiche Gültigkeit statt findet. Ich persönlich hatte immer meine Schwierigkeiten mit dem Wort Enttäuschung. Meine Ur-Angst, seit ich denken kann , war es mein Umfeld zu enttäuschen. Das hat mich dazu gebracht Ausreden zu erfinden, zu lügen und ein ganz anderes Bild von mir zu präsentieren in gewissen Situationen. Dadurch erschafft man einen Kreislauf der Erfüllung. Man muss sämtliche Erwartungen, die man ja selber erschaffen hat, erfüllen um nicht zu enttäuschen. Stellt es euch wie folgt vor: In der Mitte ist ein Punkt und das bist du. Authentizität führt dazu, dass du in diesem Punkt bleibst. Das Erfüllen von vermeintlichen Erwartungen jedoch führt dazu, dass du im Kreisen um deinen eigenen Punkt läufst. Wahrscheinlich werden die Kreise immer weitläufiger um deinen Punkt und irgendwann ist es verdammt schwer zu hören, was dein Punkt eigentlich möchte und dir mitteilt. Das Hin und her rennen zwischen den nun geschaffenen äußeren Kreisen und deinem Punkt wird anstrengend. Und langfristig wirst du nur noch selten zu deinem Punkt laufen um zu hören, was er dir zu sagen hat. Du wirst deine geschaffenen Kreise bedienen und der Raum zwischen den Kreisen und deinem Punkt ist leer, bringt Distanz zu dir. Du hast Bilder erschaffen und vergessen wer der Künstler ist. Es ist wie eine Zwiebel. Es wird der Zeitpunkt kommen an dem das Gebilde zusammenbricht, die Zwiebel verfault von Innen. Oder du fängst vorher an Schicht für Schicht der Zwiebel zu entfernen. Denn du bist als fertige Sprosse auf diese Welt gekommen. Du brauchst keine einzige Schicht, die dich bedeckt. Du brauchst keine so weiten Kreise zu bedienen. Bleib bei dir und sprich deine Wahrheit und hab keine Angst andere zu verletzen oder zu enttäuschen. Meine Freundin Ava hat es letztens so schön gesagt. „Wenn ich in der Ich-Botschaft spreche mache ich keine Vorwürfe. Ich sage lediglich, wie ich mich fühle. Was mein Gegenüber dann daraus macht liegt nicht in meiner Verantwortung.“ Und genau so ist es. Wenn wir permanent in den Köpfen anderer Menschen sind verlieren wir uns selber. Und wie verdammt einmalig, unfassbar toll ist jeder und jede Einzelne/r von uns? Stellt euch vor, wenn wir uns mehr und mehr schleifen wie Diamanten und dann gemeinsam Strahlen ohne diese Schatten von Ego und Verstand.

IMG_20181119_155925(Schillig, Germany 2018)

Raum schaffen.

Raum schaffen zum Heilen.

Das ist eine unserer persönlichen Aufgaben, die wir sehr ernst nehmen dürfen. Denn alle von uns haben ihre Verletzungen, Traumas und Narben. Die sehen für jeden unterschiedlich aus. Auch hier gilt es sich nicht damit zu identifizieren, denn dann halten wir fest und lassen keine Heilung und Loslösung geschehen. Wir können unsere Erlebnisse und Vergangenheit nicht vergessen und wir sollten sie auch keinesfalls verdrängen. Wir dürfen uns umdrehen, sie anschauen, die Gefühle und Emotionen wahrnehmen, Aushalten, umarmen und dann Frieden schließen. Solange man noch Wut empfindet ist da immer noch nicht der komplette Frieden eingezogen. Wenn wir Frieden schließen dann vergeben wir. Und das kann und darf ein Leben lang brauchen. Doch sollten wir uns keinesfalls damit identifizieren und diese Geschichten aus unserem Leben zu unserer Identität werden lassen. Denn dann halten wir uns gefangen und geben uns nicht die Freiheit der Entwicklung.

Wie dieser Raum aussieht ist für uns alle unterschiedlich. Wir können Methoden, Techniken, Bewegung und Ausdruck nutzen und doch werden wir diesen Raum nur in uns finden können.

Meine Freundin Bettie sagte zu mir „Sina du weißt es doch eigentlich schon. Das was du suchst und was dich antreibt zu reisen, findest du nur in dir. Es ist egal wo du bist.“

Und natürlich hat sie Recht damit und ich habe den liebevollen Versuch, mich in Deutschland zu behalten, nicht überhört 🙂

Was ich jedoch nun langsam erleben darf, ist das ich mehr und mehr Zutritt zu einem Raum erfahre, der mir so viel eröffnet. Umso ruhiger ich werde, desto mehr eröffnet sich da etwas. Und für diese Zeit und diese Erlebnisse brauche ich diese Reise ins Unbekannte.

 

Weitere Themen sind präsent doch mache ich jetzt erstmal einen Punkt und wünsche dir einen wundervollen Tag. Danke für Dich.68331343_1382894701860110_3619867994064158720_n(Artist unknown)

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