Von der Stille in die Wüste …

27.November Bangkok-Jaipur

16. Dezember Jaipur-Rishikesh

26. Dezember Rishikesh-Vadodara

29. Dezember Varodra-Ahmdebad-Rann of Kutch Dholavira

02.Januar Dholavira-Ahmdebad

03.Januar Ahmdebad-Goa Arambol

07.Januar Goa Arambol-Hampi

12.Januar Hampi-Mysuru

14.Januar Mysuru-Wayanad Kottappadi Part

15.Januar Wayanad Kottapadi Part-Trivandrum Sivananda Ashram

20.Januar Sivananda Ashram-Varkala

 

So sahen meine vergangenen zwei Monate aus. Zwei Monate, die vollgepackt mit Ereignissen, Emotionen und Erfahrungen sind. Nun sitze ich hier in Varkala in Kerala (Süd-Indien), esse Papaya und trinke Zitronenwasser. Eine kleine, nette Unterkunft habe ich gefunden. Mein eigenes Zimmer und sogar ein eigenes Bad so wie eine Küche, die ich mitbenutzen kann. Das Meer ist fußläufig zu erreichen und hier bleibe ich für die nächste Woche. Immer wieder habe ich mich dabei erwischt zu denken „so jetzt kannst du ankommen und mal ein wenig Routine haben“ und konnte es dann doch nicht umsetzen. Bis Ende Oktober war mein Reise-Verhalten ja eher langsam. Ich habe einige Zeit in Rishikesh verbracht und auch in Nepal war ich längere Zeit an einem Ort. Thailand war eine gute Mischung und auch tendenziell eher ein gemütliches von Ort zu Ort kommen. Nach meiner wundervollen Vipassana Erfahrung ging es dann zügiger voran. Das liegt vor allem daran, dass mein Visum Ende Februar ausläuft und ich das Land verlassen muss. Somit habe ich einen etwas engeren Zeitplan für den südlicheren Teil von Indien. Außerdem wird es hier in ein bis zwei Monaten wieder sehr heiß sein ( nun ist es Winterzeit und die Temperatur beträgt 31 Grad). Vorab habe ich mir einige Orte herausgesucht, die ich gerne besuchen und erleben möchte. Erwähnenswert ist jedoch vielleicht noch die Zeit um Weihnachten herum und die Erfahrung den Retreat (ich suche nach einem deutschen Wort finde aber kein passendes) vorzubereiten und zu erleben. Als ich am 16.Dezember 2019 in Rishikesh ankam waren es beinahe 40 Grad Temperatur-Unterschied zu der Zeit im Mai/Juni. Ich hatte Rishikesh als schweißtreibende Sauna kennen gelernt und saß nun fröstelnd im Tuk-tuk und sehnte mir meinen Wintermantel herbei. Knackige 7 Grad in den Bergen mit Zugwind im ruckeligen Gefährt. Ich war sehr gespannt Ganges wieder zu sehen. Im Winter wird ihr Wasser wunderschön türkis und genau so erblickte ich sie auch. Stark und wunderschön wand sie sich durch Rishikesh umrahmt von den grünen Bergen und dem blauen Himmel. Hallo Rishikesh.

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Immer wieder eine Herausforderung hier zu sein. Ich verstehe es auch nicht weshalb es so ist. Und das sagen die meisten Menschen. Rishikesh hat eine besondere Energie und genau diese Energie wird nicht aufhören dich zu konfrontieren. Ich steuerte den Gemüsestand an und deckte mich mit dem Nötigsten ein bevor ich hinauf zu Anita stiefelte. Bei Anita und ihrer Familie hatte ich bereits eine Zeit lang gewohnt und auch für die kommenden zehn Tage sollte hier wieder mein zu Hause sein. Ich wurde mit Tee empfangen und freute mich kurz darauf über eine erfrischende Dusche. Frisch war sie allemal. Zwar hatte ich heißes Wasser jedoch sind die Räume unfassbar kalt. Keine Dämmung und zwei Fenster, die nur aus einem Gitter bestanden hielten meine Unterkunft gut durchlüftet. Ich richtete mich ein und machte mich eingemummelt in alles was ich besaß auf den Weg zu Sach. Lange Zeit nicht gesehen und nun zehn Tage Zeit unser Vorhaben vorzubereiten. Anfang Juli beschlossen wir dieses Projekt zu starten. Ohne Sach hätte ich es wohl schon 20 Mal abgesagt. Die Verteilung war auch nicht 50/50. Er war der Hauptorganisator und ich hab mich als helfende Hand oder ausführende Kraft in manchen Bereichen gesehen. Es war klar, dass ich für den Yoga- und Meditations-Teil zuständig bin. Ich freute mich sehr wieder im Café zu sein, ihn wieder zu sehen und vor allem die Nachbarskinder und Kühe. Es dauerte auch nicht lange bis ich mit Kindern, Kälbchen, Katzen und Hunden kuschelte. Dieses Café war einfach mehr ein zu Hause für alle Lebewesen als sonst irgendwas. Sach strahlte und ließ seinen Charme bei der überwiegend weiblichen Kundschaft spielen und erzählte mir auch stolz, dass dies sogar das „The hot guy café“ genannt wird. Na dann ist ja alles wie immer. Wir versuchten zwischen Kindern, Tieren, Gästen und Kälte unsere Vorbereitungen zu treffen.

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Für mich war es wieder einmal eine Herausforderung NICHT strukturiert (wie ich es gelernt habe) vorbereiten zu können sondern sich dem „Flow“ hingeben zu müssen. Mal fällt der Strom für 3 Stunden in der gesamten Nachbarschaft aus oder es tauchen plötzlich Freunde auf mit denen Sach dann erst einmal Schach spielt. Wir praktizierten zusammen Yoga und überlegten gemeinsam, wie wir eine Gruppe mit der Altersspanne von 11-70 Jahren gut erreichen können. Jeden Tag ergab sich eine neue Idee und auch noch weitere Zusagen, sodass wir schlussendlich mit 10 Teilnehmern und 2 Fotografen eine Gruppe von 14 Menschen darstellen sollten. Bevor es losging stand jedoch noch Weihnachten an. Ein Fest, dass ich sehr gerne zu Hause verbringe. Zeit mit der Familie, schöne Traditionen und auch ein Zusammenkommen mit Freunden. Zwar habe ich Weihnachten schonmal woanders verbracht aber dort war ich auch im Kreise von zwei Familien, meinem damaligen Freund und der Ablauf war ein ähnlicher. Diesmal war ich in einem Land, das Hinduistisch geprägt ist und hatte keinen Plan für Weihnachten. Erst hieß es wir würden etwas im Café machen oder irgendwas anderes zusammen. Letztlich plätscherte der 24. so vor sich hin und dieser Tag scheint in Indien auch nicht besonders zu sein. Weihnachten ist eher am 25. Präsent.  Für uns ist ja der 24. der Haupt-Tag. Nun denn. Abends fuhren Sach und ich zum Sikh-Tempel, den wir beide gerne mögen. Ich freute mich auf Meditation und etwas Heiligkeit dort. Leider waren wir zu spät und es wurde bereits sauber gemacht, sodass wir uns nicht hinsetzen durften. Ich war ein wenig bedröppelt – hatte ich mir doch irgendwie ein wenig Heiligkeit an einem Ort gewünscht. In den Sikh Tempeln wird immer umsonst Essen ausgegeben. (In Australien waren es übrigens auch die Sikhs, die umsonst Essen für alle Einsatzkräfte in den Feuern verteilt haben.) Wir aßen dort und auf dem Weg zurück fühlte ich mich heilig und geborgen. Ich bekam Essen, saß bei Sach auf dem Motorrad und hatte warme Anziehsachen. Dankbarkeit durchströmte mich und ich erlebte ein neues Gefühl an Weihnachten. Eine tiefe Verbundenheit ohne viel Geschehen im Außen. Zurück im Café saß ich eingemummelt mit dem Kater Mau im Arm und dem Streuner neben mir auf dem Sitzpolster. Sach und ich hörten Musik und er spielte ein wenig auf seinem Cajon dazu. In Gedanken war ich zu Hause, im Hier und Jetzt und erinnerte mich an die Botschaft von Jesus. Bedingungslose Liebe. Nächstenliebe. Im Frieden sein. Seit ich in Indien bin fühle ich mich Jesus, dem Christentum wieder ein Stück näher. Denn wieder verstehe ich, dass Jesus, Moses, Buddha und wie sie alle heißen aus der selben Quelle kommen. So wie wir. Der Liebe. Diese besonderen Menschen haben diese Botschaft gelebt und erzählt. Und dann kam der Kapitalismus, die Kirche, die Macht und Gier und hat es kaputt gemacht. Aber der Ursprung ist wahrhaftig. Man muss nur ein bisschen graben um sich zu erinnern. So wie bei allen Begebenheiten im Leben. Wenn du zweifelst, dann erinnere dich an den Anfang. Wieso hast du angefangen etwas zu tun? Wie hat es sich angefühlt in diesen Menschen verliebt zu sein? Weshalb hast du dich für diesen Weg entschieden?

Retreat in der Wüste von Kutch

Ein wundervolles Erlebnis. Eine atemberaubende Natur, die sich dort zeigt. Eine weiße Wüste. Salzkrusten, die die Sonne wieder spiegeln und aussehen wie Schnee. Eine gemischte Gruppe von tollen Menschen in einer traditionellen Gegend und Unterkunft. Wir kamen aus den verschiedensten Ecken der Welt: Indien, Schweden, Kanada, U.S und Deutschland. Das Programm war straff und es konnte viel gesehen und erlebt werden. Die morgendliche Yoga-Stunde war eine kleine Herausforderung. Das Blechdach schien der Lieblings-Ort der Tauben zu sein. Deren Füße auf diesem Dach klangen wie Fingernägel an Schultafeln. Der 13-jährige hatte wenig Lust auf Yoga und der 70-jährige kam nach der ersten Stunde nicht mehr. Eine Gruppe von Beginnern bis hin zu sehr erfahren…es war eine wundervolle Herausforderung und ich persönlich durfte ganz viel mitnehmen. Wir haben wunderschöne Fotos erhalten, da Sach zwei Fotografen eingeladen hat, die uns begleitet haben und jeden Moment festgehalten haben. Neujahr wurde mit traditioneller Musik und traditionellem Tanz eingeleitet. Wir saßen am Lagerfeuer und lauschten der Musik und einer Sprache, die so poetisch klang. Indien hat so viele verschiedene Sprachen und Dialekte – die Inder verstehen sich oftmals untereinander nicht. So wie wenn man nach Bayern oder ins Rheinland reist. Nur haben wir ja einen gemeinsamen Nenner. In Indien gibt es manchmal keinen gemeinsamen Nenner, denn nicht jede Person spricht Englisch oder Hindi, wie man vielleicht erwarten würde. Der Norden und Süden unterscheiden sich sehr. Um Punkt Null Uhr gab es dann auch Kuchen. Eine Tradition, die auch bei Geburtstagen statt findet. Gegenseitig schmiert/stopft/füttert man sich den Kuchen ins Gesicht. Ein Silvester, welches wir alle mit Sicherheit nicht vergessen werden. Die Nacht sollte kurz werden, denn den ersten Sonnenaufgang 2020 wollten wir in der Wüste erleben. Für die gesamte Tour hatten wir einen Bus samt Fahrer gebucht. Red – unser Fahrer war immer gut gelaunt und sehr fürsorglich. Wir hatten Mühe alle pünktlich ins Auto zu bekommen. Die indische Mentalität hat es nicht so mit der Pünktlichkeit. Es war eisig kalt. Wir stiegen aus und liefen hinein ins Nichts. Diese Weite einer Wüste ist unglaublich. Diese Wüste ist eben auch keine richtige Sandwüste. Es hatte geregnet und der Boden war ein wenig matschig und zierte sich mit den typischen Rissen, die man in trockenen Böden findet. Sach und ich fanden eine passende Stelle und legten die Yoga-Matten aus. Wir hüpften uns warm, es wurde getanzt, gekuschelt und auf den Sonnenaufgang gewartet – vergebens. Die Sonne ging zwar auf, doch irgendwie war es bewölkt, jedenfalls sahen wir keinen reißerischen Sonnenaufgang, wie wir ihn groß angekündigt hatten. Die erste wundervolle Begrüßung von 2020: „Hab keine Erwartungen und mach das Beste aus jedem Moment, der dir gegeben wird.“ Einige von uns praktizierten zusammen ein paar Runden Sonnengrüße (Surya Namaskar) und Atemübungen. Danach hüpften wir ins Auto und fuhren einem wärmendem Frühstück entgegen.

 

Was durfte ich persönlich von dieser Erfahrung mitnehmen?

Es bedarf einer guten Kommunikation um in einem Team zu funktionieren, wenn man so etwas gemeinsam plant.

Vorbereitung speziell praktisches Üben ist unumgänglich.

Teilnehmer zu erreichen und Anmeldungen zu generieren ist die größte Herausforderung und man darf sich nicht entmutigen lassen.

Das Ziel niemals aus den Augen verlieren, denn es können sehr entmutigende Momente kommen bevor es überhaupt los geht.

In diesem Projekt habe ich mich mehr als „Angestellte“ gesehen und weiß, dass wenn ich sowas alleine anbieten werde, einige Prioritäten anders sein werden. Ganz einfach aus eigenem Interesse. Die Möglichkeit all diese Abläufe bei Sach mit erleben zu können und diese Möglichkeit gehabt zu haben macht mich sehr glücklich. Dieses Vorhaben war mit einer der geschenkten Herausforderungen in meiner Zeit in Indien.

Ein paar Eindrücke

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Wunderschöne Gesänge von diesen jungen Mädchen.RSG_0025

Yoga am eisigen ersten Morgen im Jahre 2020.IMG_20200101_081038Kerzen-Meditation.

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Unser Gefährt für die gesamte Tour.SKCP9748

Sach und unsere jüngste Teilnehmerin.SKCP9598SKCP9072

Traditionelle Musik.20191231222901_RSG_0051SKCP9620

Ein paar Zeilen möchte ich gerne Mike und Carolyn widmen. Die beiden durfte ich in Rishikesh kennen lernen und sie nahmen an unserem Retreat teil. Die beiden hatten sich auch erst in Rishikesh kennen gelernt und waren unabhängig voneinander vor 50 Jahren das erste Mal in Indien. Keine 20 Jahre alt. Ohne Smartphone. Ohne Internet. Ohne Flugzeug. Einen Monat ist man damals mit dem sogenannten „Magic Bus“ von Europa aus losgefahren. Durch Länder, die man heute besser nicht mehr bereist oder vielleicht auch gar nicht so einfach kann. Ich finde das so bemerkenswert. Es gab keine Flugverbindungen. Man konnte nicht vorher im Internet schauen, wo man hin möchte, welches Gasthaus gut ist oder schnell einen Bus buchen. Es hat mir sehr imponiert, denn ich habe das Internet als zwiespältig auf Reisen erlebt. Zum einen ist es als allein reisende Frau eine große Unterstützung vorher schonmal schauen zu können, ob der nächste Schlafplatz gut zu erreichen ist. Andererseits habe ich das Internet auch als isolierend erlebt. In Cafés oder generell Orten sitzen Menschen in ihr Handy versunken anstatt miteinander zu plaudern. Ein Café in Rishikesh hat noch nie W-Lan gehabt und die Geschichten, die sich in diesem Café ergeben haben sind wundervoll. Gemeinsame Reiseplanungen, Austausch etc. Ganz einfach, weil man sich dann doch unterhalten hat. Jede Medaille hat zwei Seiten. Carolyn und Mike haben mich tief berührt und mit 69 und 70 wieder in Indien zu sein scheint für sie sehr „easy“ zu sein. Das neue Jahr spuckte mich persönlich nun in meine eigene Weiterreise – ab in den Süden.

Der Süden Indiens wurde mir immer mit leuchtenden Augen beschrieben. Kerala, der grüne Staat. Strände. Kokosnüsse. Leichteres Essen. So freundliche Menschen. Natur pur. Im Vorfeld hatte ich mir einige Orte heraus gesucht, die ich gerne besuchen möchte. Goa besuchte ich hauptsächlich um eine Freundin zu besuchen, die dort nun ein Roh-veganes Café führt. Wir hatten uns in Rishikesh kennen gelernt und unser Gespräch verlief wie folgt: Ich hatte einen Tag zuvor unter Tränen mit Sach geredet und ihm gesagt, dass die ganze Idee mit uns, dem Café etc. einfach nichts für mich ist und mir das bewusst geworden ist. An diesem Tag wollte ich mich sortieren und schauen wie es weiter geht. Ich ging in das Café ohne W-Lan und fing an zu schreiben. Neben mir saß Kate und wir kamen ins Gespräch. Als ich ihr die Situation erzählte war ihre Antwort: „This would be my dream. A vegan café where i can serve all the yummi food I love.“

Ziemlich genau sechs Monate später saß ich bei Kate in ihrem friedlichen Café und genoss den wohl besten Salat seid Ewigkeiten. Absolut frei von Schadstoffen „organic“ und mit so viel Liebe angerichtet. Wer in Arambol – Goa ist oder sein wird: Shantaram-Raw – besucht Kate und genießt das Essen dort. Alle Zutaten werden von einer Gärtnerei bezogen, die komplett organisch arbeiten und alles selber säen und pflegen. Jeden Morgen geht Kate dort ihre Zutaten „pflücken“. Darüber hinaus habe ich noch Violetta treffen können. Wir begleiten uns ja seit unser gemeinsamen Zeit in der Yoga-Schule. Einen Tag habe ich tanzend bei einem Workshop verbracht bei einer Lehrerin, die ich noch aus Köln kannte. Nach drei Tagen habe ich mich dann auf den Weg nach Hampi gemacht. Mir wurde Hampi von allen Menschen empfohlen, die dort waren. Und was soll ich sagen: Ich kann es ebenso jedem Menschen ans Herz legen. Dieser Ort ist so speziell. Eine Formation aus Steinen, Oasen, Fluss und Bergen. Es sieht aus als hätten die Götter die riesigen Felsen als Murmeln benutzt. Manche Formationen sehen zu unwirklich und zu gemacht aus. Doch bei Menschenhand ist dies nicht möglich. Naja wer weiß was vor ein paar tausend Jahren so abging 😉 Hampi gilt auch als das größte Freiluft-Museum und ist von der UNESCO also Weltkulturerbe ernannt worden. Das gesamte Gebiet ist voll mit wunderschönen Tempeln und Erinnerungen an eine Welt lange vor unserer Zeit.

I wonder how we knew eacht other in our past lifes.“

Gopal und seine zwei Freunde saßen mir gegenüber. Lange kannten wir uns noch nicht aber diese Art von Gespräch gefiel mir. Vor allem imponierte mir, dass wir ernsthaft darüber sprachen und niemand diese Frage ins lächerliche zog. Karma. Vergangene Leben. Aktionen, die uns genau hier in diesen Moment gebracht haben. Man trifft keine Person ohne Grund. Und manchmal trifft man Menschen und fühlt eine ganz tiefe Verbundenheit, obwohl man sich in diesem Leben noch nie begegnet ist. Sich darüber bewusst werden, dass jede Tat eine Auswirkung hat. Nicht umgehend. Vielleicht erst im nächsten Leben. Karma und Sanskaras werfen viele Fragen auf. Und doch bringt es so viel mit sich. Im Sinne des Friedens und der Nächstenliebe handeln. Manchmal habe ich kein passendes Geld. „Pay tomorrow“ ist dann eigentlich immer die Antwort, auch wenn ich noch nie in dem Laden war. Wenn ich nicht bezahle wird es Karma schon richten.

In Hampi haben meine weiteren Pläne weiter Gestalt angenommen. Ich hatte zwei wunder-volle letzte Tage. Gopal und ich sind durch die Gegend gedüst und er hat mir zauberhafte Plätze gezeigt.

You can hug her. For me she is a wise women,“ sagte er und stand vor dem wohl schönsten Baum, den ich je sehen und spüren durfte. Am Flussufer, zwischen Steinen, Sand und Wasser stand dieser wunderschöne Baum und ich hatte sofort das Gefühl, welches mich bei Pocahontas einholte. Mutter Weide. Die Lieder über die Weisheit der Natur…Gänsehaut. Ich umarmte sie ganz lange und fühlte mich getragen. Wir lagen am Flussufer und genossen die Sonne und das Rauschen des Wassers in friedvoller Stille. Es war einer dieser Tage, der irgendwie sagte: „Alles ist gut.“

 

Eindrücke von Hampi.

Der erste Sonnenaufgang in Hampi nach der 12 stündigen Busfahrt.

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Aussicht auf den Hauptkern von Hampi. Man nimmt eine kleine Fähre um den Fluss zu überqueren oder stapft durch das Wasser. Die meisten Tempel sind frei zugänglich.

 

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Ein ganz besonderer Abend auf einem besonderen Berg. Vollmond mit Eclipse. Musik und liebe Menschen und die Aussicht über diese unglaubliche Landschaft.

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Ein typisches Frühstück in Süd-Indien. Idly (aus Reis- und Linsenmehl hergestellt) mit Kokos – und Erdnuss-Chutney sowie einer Art Suppe, die etwas würzig ist.IMG_20200110_083952

Ohne Hunde geht es nicht. Das ist Lucky. Bei seinen Besitzern habe ich eine Kokosnuss und Tee getrunken. Eigentlich sind die Hunde hier hilfreich beim Affen verjagen. Alle anderen schlagen Alarm. Lucky wedelt und freut sich, wenn er Affen sieht 🙂IMG_20200111_072619

Was kann man dazu sagen. Zwei Babies, die nun ein zu Hause bei Manju haben. Manju hat mich  für meine Zeit in Hampi beherbergt in seiner tollen Unterkunft „Happy Treat“.IMG_20200112_140407

Wunderschöne Kühe überall. Und in jeder Ecke Indiens sehen sie anders aus.IMG_20200111_081915

In Hampi war das alljährliche „Hampi Festival“. Jedes Haus hatte diese wunderschönen Gemälde vor der Türe.IMG_20200110_104823

Und zum Abschluss noch ein weiteres Baby. Wasserbüffel sind so unglaublich niedlich und feinfühlig – sie wirken so sensibel und sehen auch erwachsen so schnuckelig aus.IMG_20200112_161525

Ein Eindruck zum Reisanbau. Die Felder werden alle von Hand bestellt. Mit Hilfe von Kühen oder Büffeln werden die Felder gepflügt, dann bewässert und von Hand wird jede einzelne Reispflanze eingesetzt. Das grün ist surreal.IMG_20200108_162539

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