A N K O M M E N

Wenn man von dem Standpunkt ausgeht, dass alles im Außen in Verbindung mit einem selber steht und ein Spiegel ist, dann wird es interessant. Wenn ich dieser Theorie folge und mal so tue als würde sich die ganze Welt nur um mich drehen, dann hat es eine vermeintliche Pandemie und zwei Babys gebraucht um mich zurück zu meinen Wurzeln zu bringen. Dann hat es diese drei Ereignisse gebraucht, damit ich mich traue an einem Fleck zu bleiben um mal zu schauen was passiert. Das hört sich sehr hochtrabend an. Aber letztlich habe ich wirklich einige große Tritte von Außen benötigt (und die Baby-Tritte aus den Bäuchen meiner zwei Freundinnen waren die schönsten Tritte, die ich mir hätte vorstellen können) um genau den Weg zu gehen, den ich vehement verneint habe. Genau den Weg, der mir große Angst bereitete und außerdem für mich persönlich Schwäche darstellte. Bei anderen hab ich es als große Stärke bewundern können. Der Weg heißt Ankommen. Verweilen. Mal bleiben. Mal ruhen. Mal schauen. Und während ich das schreibe brüllt und tobt es in mir. Wahrscheinlich die kleine Sina, die trotzig ist, weil dieser Weg, den auch andere gehen, doch nicht so verkehrt ist. Ich habe mal den Satz gelesen: “ Die Yoga-Haltung, die du am meisten ablehnst, ist genau die, die du am meisten brauchst.“

Nun bedeutet Yoga „Unity“ also Vereinigung. Alles hängt zusammen. Und somit ist Yoga nicht nur auf Körper Haltungen zu beziehen sondern auf deine Einstellung im Leben, deine Art zu leben, dein Leben. Ich bin die Yoga-Haltung angegangen, die mir am meisten Unbehagen bereitet. Es gibt wenig wovor ich Angst habe aber das was im Moment passiert macht ganz schön viel in mir. Und das was ich mache ist so einfach und eigentlich normal: Ich ziehe in meine eigene Wohnung, habe einen Job und bin bei meiner Familie und meinen Freunden.

  • Während ich diesen letzten Satz schrieb trug sich Folgendes zu: Die Terassentür steht auf und eine schwarze Katze kommt zaghaft in das Zimmer herein und schaut mich an. Also schaute ich schnell nach was die Katze als Krafttier im Schamanismus bedeutet:“ Die Katze als Krafttier ist eine ausgezeichnete Seelenführerin und kann dank ihres 7.Sinnes auch Geisteswesen aus der Anderswelt wahrnehmen. Mit Geschick und Eleganz passt sie sich jeder Situation an, ohne dabei untertänig zu sein. Bei allem was sie tut bleibt sie stets frei, eigenständig und selbstbewusst- und nichts Anderes will uns die Katze als Krafttier zeigen. Wo auch immer wir sind, sollten wir mit allen Sinnen wachsam durch das Leben gehen und die Freiheit niemals um der Sicherheit willen aufgeben. Sie zeigt uns, wie wir auch in einer ungewohnten Umgebung zu jeder Zeit zu unserer Mitte zurückfinden und neue Kraft schöpfen können. […]“

Die Synchronizität des Lebens überrascht mich immer wieder.

Also wieso macht mir dieser Prozess des jetzt erst einmal hier Ankommens so viel Respekt? Die letzten Jahre war ich immer auf dem Sprung. Mittelfristige Ziele, die nicht länger als drei Jahre andauerten gaben mir immer das Gefühl nicht ankommen zu müssen. Ein Jahr folgte dem nächsten und ich sammelte stetig die gesetzten Ziele ein. Was ich nicht einsammelte war das Gefühl von Ruhe und Ankommen. Ein stetiges „sich getrieben“ fühlen gepaart mit dem Bedürfnis „etwas zu füllen“ ließen mich in verschiedenen Etappen viele Dinge tun, ausprobieren und erleben. Das Gefühl stellte sich jedoch nicht ein. Mein Wunsch vergangenes Jahr alles stehen und liegen zu lassen und mal einen Strich zu machen war das größte Geschenk, welches ich mir hätte machen können. Abstand schafft Perspektive. Keine Pläne, keine Verpflichtungen und das alles alleine. Obwohl ich mich eigentlich verpflichtete DIE Erfüllung untwerwegs zu finden, also irgendwie doch mit Plan. „Alleine“ war wohl eines meiner favorisierten Worte schon als kleines Kind. Da sprach ich es jedoch als „Leleine“ aus. Ich brauche keine Hilfe und schon gar keine Tipps. Indien belehrte mich eines Besseren und ich begann Hilfe, Tipps und Ratschläge gerne anzunehmen. Auch verabschiedete ich mich von dem Gedanken „leleine“ zu sein. Das war nämlich definitiv nicht der Fall – auch wenn ich größtenteils alleine gereist bin. In Indien bist du nie alleine. Die Abstände zwischen meinen Aufenthalten an einem Ort wurden mit dem Jahr immer kürzer. Kaum irgendwo angekommen hatte ich den Trieb als bald wieder aufzubrechen. Ich hinterfragte diesen Trieb und erkannte schnell: Auch Reisen und neue Orte sehen ist eine schnelle Serotonin Ausschüttung. Den selben Effekt hat die Benachrichtigung deines Handys bei einer neuen Nachricht, der Verzehr von Zucker oder anderen Suchtmitteln. Immer wieder etwas Neues. Kurzzeitige Ziele erreichen. Aber nicht verweilen können. Wo ich dies tatsächlich konnte war bei den zehn Tagen Vipassana. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich dort auch noch mindestens drei weitere Monate hätte bleiben können. Diese zehn Tage in Stille haben etwas in mir gemacht und ich habe keine Angst mit mir zu sein und sonst nichts. Doch ist es ein Unterschied, ob du abgeschieden bist oder dich in der materialistischen Welt zurechtfinden darfst. Die Ausflucht im Außen zu suchen ist in der hiesigen Welt doch näherliegend um zu kompensieren. Das tut jeder Mensch auf eigene Weise. Mir liegt Wahrhaftigkeit am Herzen und so ändere ich genau die Dinge, die sich nicht wahr anfühlen. Denn eines habe ich gelernt: Es bringt dir nichts, Etwas zu leben, dass sich nicht im Einklang mit dir anfühlt. Und das ist definitiv nicht immer angenehm aber es kann trotzdem deine Wahrheit sein. Das Leben hier sollte alles sein aber NICHT bequem und trotzdem kann das angenehm sein. Das wir für alles kämpfen müssen finde ich auch einen unpassenden Ansatz. Natürlich fällt uns selten alles in den Schoß aber es sollte nicht jedes Mal ein Kampf gegen den Strom deines Lebens sein. Anstrengung- aber in Liebe.

Nun denn, hier bin ich. Komme an für den Moment. Das Leben hat mir so viele Geschenke zugespielt und wenn ich zurück denke dann habe ich mir all dies gewünscht. Meine Freundin Janine hat am Wochenende bei unserem Seminar gesagt: „Zur Zeit findet die Manifestierung unglaublich schnell statt also sei dir bewusst über deine Wünsche.“ Recht hat sie. Alles in meinem Leben momentan , habe ich mir irgendwie gewünscht vor nicht allzu langer Zeit. Die Form habe ich jedoch noch nicht gekannt. Nun kenne ich sie und mag sie wirklich gerne. Und wenn das jetzt erst einmal heißt nicht immer los zu können in etwas Unbekanntes in Form von anderen Ländern oder einer unbestimmten Zeit, dann ist das okay. Vielleicht beginnt jetzt die größte Meditation, die ich ausprobieren darf. Denn Meditation bedeutet für mich, mit dem zu sitzen und zu sein, was gerade ist und was in dir hoch kommt und sich zeigt. Ich persönlich benötige oft einen festen Rahmen und Struktur um mich richtig entfalten zu können. Jeder Mensch ist unterschiedlich. Auf ständiger Wanderschaft geschieht dies nicht für mich. Zudem habe ich gelernt, dass nichts aber auch wirklich nichts permanent ist. Wenn mich plötzlich Panik überkommt dann gebe ich mir erst einmal gedanklich eine liebevolle Backpfeife und komme in die Demut und Dankbarkeit. Darauf folgt dann das Wissen, dass ich meine Situation immer ändern kann und darf. Freiheit beginnt jedoch immer in unserem Inneren. Sie lebt dort. Sie beginnt und endet dort. Wenn wir unsere Augen schließen, dann sehen wir was wir haben. Wir haben nichts. Und wenn wir dann mit geschlossenen Augen in unser Herz fühlen, dann spüren wir Alles. Und dieses Alles ist das einzige, was Bedeutung hat. Alles Grobstoffliche in deinem Leben hat eine Feinstofflichkeit. Und diese Feinstofflichkeit ist das Gefühl, dass in dir geweckt wird. Das Gefühl in deinem Herzen. Wie der kleine Prinz schon sagte: „Wir sehen nur mit dem Herzen gut.“

 

Es steht Beständigkeit an und die bringt viele Projekte mit sich. Es werden Meditations-Abende, Seminare und Kurse stattfinden können und darauf freue ich mich unglaublich. Ich freue mich auf Dich. Wie und wo auch immer. Verbunden sind wir alle so miteinander.

In Liebe,

Sina.

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