Zwischen Termin-Planer, Sehensucht, Baby-Duft und Dankbarkeit.

  • Ein kleines Update

Der Regen prasselt laut gegen meine Dachschräge. Ob ich gleich wohl einschlafen kann? Es ist wohl eines der Geräusche, welches ich besonders gerne mag. Am liebsten im Zelt, eingekuschelt im Schlafsack mit der leichten Panik, ob wohl auch alles trocken bleibt. Die etwas größere Sorge beim Zelten, während es regnet, ist jedoch die Notwendigkeit einer Toilette. Aus dem warmen Schlafsack, Anziehsachen in der Dunkelheit suchen, weil die Taschenlampe natürlich nicht griffbereit ist, irgendwie in die halbnassen Schuhe hinein schlüpfen und sich dann ein stilles Örtchen suchen, während der Regen kalt den Rücken hinunter läuft. So war der Beginn nicht geplant aber vielleicht ist genau dies ein schönes Bild um zu erklären, was ich sagen möchte. Mein letzter Eintrag liegt beinahe drei Monate zurück. Und es ist nicht als hätte ich nichts zu Schreiben gehabt…doch irgendwie fehlte etwas. Vielleicht war es die Ruhe. Einige Texte habe ich bereits begonnen und doch nicht zu Ende gebracht. Ja es ist derzeit wie diese nächtliche Situation beim Zelten. Unglaublich viele spannende, schöne Begebenheiten geschehen und natürlich regnet es auch manchmal oder man muss währenddessen hinaus in den Regen, weil die Blase ruft. Aber das Grundgefühl ist schön, abenteuerlich und beschützt. Vergangenes Jahr habe ich meinen Kalender wohlwollend an Seite gelegt und bin in ein Leben ohne Kalender gestartet. Das tat so gut. Bis zu diesem Zeitpunkt war wirklich alles in meinen jährlichen Büchern festgehalten. Ab 2012 war mein Leben terminlich festgehalten und vergangenes Jahr konnte ich dann auch mal Abschied von diesen Büchern nehmen und sie wegschmeißen. Es war Fluch und Segen zugleich. Ich kann mich als sehr strukturiert bezeichnen und bekomme auch viel unter einen Hut. Jedoch kam ich in der Vergangenheit des Öfteren an meine Grenzen, wenn meine schriftlichen Pläne nicht immer meiner Verfassung entsprachen. „Sina du schreibst dir bestimmt auch jeden Atemzug auf.“ zog mich ein Freund einmal auf. Ich musste lachen und gleichzeitig fühlte ich mich ein wenig „erwischt“. Um dahin zu kommen, wo ich letztes Jahr stand, bedarf es wirklich viel Energie, Struktur und Planung. Das alles einfach mal so stehen zu lassen tat unfassbar gut und ich fühlte mich wohl in dem Leben, welches von Tag zu Tag verlief und nur die Basics geplant werden mussten. Eine Weile später sitze ich nun hier bei prasselndem Regen und habe meine Meditations-Abende bis Juni 2021 geplant. Was ist aus der Erleichterung letztes Jahr geworden? Nimmt man sich nicht einiges an Spontanität und Freiheit, wenn man so vieles immer im Voraus plant? Muss man die Dinge nicht einfach mal auf sich zukommen lassen? Freiräume haben? Nach dem Gefühl handeln können neben all den alltäglichen Verpflichtungen? Ja, mit Sicherheit. Seitdem ich wieder einen Job habe, der hauptsächlich aus einzelnen Terminen besteht, füllt sich auch mein Kalender und meine heimliche Leidenschaft Termine zu planen wächst. Es hat sich jedoch einiges verändert im Hinblick auf die Qualität meiner Planerei. Die letzten drei Monate waren wie ein kleines Pulverfass. Es explodierte und spuckte so viele und wunderbare Möglichkeiten, Impulse und Leidenschaften aus. Das alles darf nun in einen Rahmen gebracht werden um einfach das Maximum an Freude für alle herauszuholen. Eine langfristige Planung bedeutet außerdem eine gewisse Ernsthaftigkeit. Ich meine es verdammt ernst mit den Dingen und Projekten, die ich angehe und tue. Ich meine es verdammt ernst mit Dir und ich meine es auch verdammt ernst mit mir. Da ist keine Zeit für halbgare Angelegenheiten, da ist Zeit für ein klares „Ja“ oder “ Nein“. Seitdem ich bestimmt „Ja“ sage, entsteht ein immer tieferes Gefühl aus Vertrauen und ein so ergreifender Wachstum durch Vernetzung. Das vergangene Viertel des Jahres war ein intensiver Prozess. Das zerreißende Gefühl der Sehensucht hat sich mehr und mehr neutralisiert. Ich konnte die letzten Dinge meiner Reise auspacken, Bilder anschauen und auch Telefonate führen ohne danach tief zu fallen. Alles braucht Zeit und so auch der Prozess von dem einen Leben in das andere. Nun sind es schon drei Monate in dieser wundervollen Wohnung, die inzwischen schon von so unterschiedlichen Energien geprägt sein durfte. Die Meditations-Abende haben wieder begonnen und sich sogar schon nach Bonn ausgebreitet, Workshops finden statt, unser erstes Reiki-Seminar ist für 2021 fest geplant und schon fast ausgebucht, die Verbindung zu Irene und ihrem Projekt in Kenia gewinnt an Stabilität, Yoga-Stunden mit einem guten Freund in Indien können dank Internet stattfinden, private Yoga-Stunden in den eigenen vier Wänden mit Menschen aus dem näheren Umfeld finden Raum, der Dalmanuta-Blog ist ins Leben gerufen worden und so können alle zwei Wochen Beiträge erscheinen. Die Vernetzung und die Möglichkeiten sind unerschöpflich und all das in der gebenden Richtung. Ein Fluss aus Geben und Nehmen ist entstanden. Ich schaue mich um und erlebe Fülle. Niemals hätte ich gedacht, dass sich all das verwirklichen lässt. Niemals hätte ich mir mein Leben so vorgestellt. Ich hatte wirklich große Angst davor und jetzt empfinde ich die absolute Dankbarkeit für dieses Kapitel. Ohne die Reise zuvor hätte sich das wohl nicht so entwickeln können. Zurück zu den Wurzeln. Eine Feuerstelle gefunden um brennen zu dürfen und zu können.

Die letzten drei Monate waren vor allem mit riesen großer Freude gefüllt, denn zwei wundervolle Frauen haben zwei wunderbaren Babies die Ankunft in diesem Leben geschenkt. Diesen Prozess miterleben zu dürfen war ein unbeschreibliches Geschenk. Ich erinnere mich an die jeweilige Nachricht „Ich bin schwanger.“ Zu dieser Zeit war ich in Indien und für mich stand fest, dass ich diese Ereignisse so nah wie möglich miterleben möchte. Was diese beiden Wesen da vollbracht haben ist unbeschreiblich und hat die Magie des Lebens in aller Fülle erblühen lassen. Etwas so allgegenwärtiges und doch immer wieder ein Wunder und nicht zu beschreiben. Und wenn du dir einmal bewusst machst wie rein, hilflos und doch voller Vertrauen diese kleinen Menschenkinder sind, dann erkennst du vielleicht den Wert des Umfelds und des Umgangs, die diese kleinen Wesen beeinflussen. Schau einmal zurück und mach dir bewusst, welche Umstände, Begegnungen, Ereignisse und Herausforderungen dich geformt haben. Dich herausgefordert haben und auch haben wachsen lassen. Alles was diese kleinen Lebewesen verkörpern ist die reine Liebe. Genau wie Du. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn du dir jenes in Erinnerung rufst. Du bist ein Bündel Liebe. Warst es und bist es nach wie vor. Die Entscheidung „Mensch“ zu werden bringt aber eben einen Haufen an trennenden und schmerzlichen Erfahrungen mit sich. Warum? fragt man sich da vielleicht das ein oder andere mal. Letztlich damit wir wachsen dürfen. Aus der unendlichen Liebe kommend haben wir uns für dieses Leben entschieden um Dualität und Emotionen erleben zu können. Um zurück in die Liebe zu gehen und gereift zu sein. Unterschiedliche Orte, unterschiedliche Welten, verschiedene Erlebnisse und Gefühle. Deine Reise gleicht keiner anderen. Deine Empfindungen sind nicht mit denen anderer zu messen. Deine Entscheidung für dieses Leben ist auch die Entscheidung „Ja“ zu sagen und deine Energie in die gebende Richtung zu lenken um aus Trennung eine Einheit zu kreieren. Um einem Menschen ein Lächeln zu schenken und in ein Feld der Gemeinschaft zu treten.

Wenn du an Meditationen nach dem Dalmanuta-Prinzip interessiert bist dann besuche gerne meine Homepage:

http://www.agapewf.wordpress.com

Wenn du gerne ein wenig lesen und stöbern magst, dann kann ich dir unseren Dalmanuta- Blog ans Herz legen:

http://www.dalmanuta-lehrer.de

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