Was bleibt ?

Immer wieder dachte ich an diesen Blog, diesen Ort, diese Möglichkeit mich auszudrücken. Es gab eine gewisse Regelmäßigkeit, die irgendwann einriss. Dieser Einriss generierte neuen Platz für andere Projekte. Und doch ist dies etwas ganz besonderes für mich. Es war mein Tagebuch, mein nach Außen treten mit Themen, die mich bewegen. Ich durfte mich vernetzen und mit Menschen in Kontakt treten, die ich nicht kannte.

Das Schreiben ist eine Möglichkeit mich auszudrücken. Ich begann diesen Blog vor beinahe zwei Jahren. Vor beinahe einem Jahr kehrte ich zurück von meiner Reise ins Ungewisse zurück in die nächste Reise ins Ungewisse. Welche ist spannender? Beide sind so unterschiedlich. Die eine Reise bedingte die andere. Ohne die Reise in die Ferne wäre das vergangene Jahr kaum so ertrag-reich gewesen, wie es war.

Beobachten

Die Reise in die unbekannte Ferne lehrte mich so viel. Vor allem lehrte sie mich innerlich zu ruhen, zu beobachten und nicht direkt zu reagieren. Oh was für eine mächtige Kraft dies doch sein kann. Wie mächtig und stärkend. In diesen Momenten, in denen man kurz erfährt, dass man diesen Körper bewohnt und doch eigentlich ganz woanders seine Heimat hat. Dieses menschliche Schauspiel beobachtet und manchmal schmunzeln muss und sich im nächsten Moment wieder in dieses Getümmel stürzt. Haben wir uns ja so ausgesucht. Diesmal habe ich keine Geschichte oder ein Ereignis. Es ist das Bestreben hier wieder eine Regelmäßigkeit zu gestalten, uns zu verbinden mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln.

Rückblick

Kannst du dich an die Zeit von vor ungefähr einem Jahr erinnern? Ein Zeitpunkt, der ungefähr ein Jahr zurück liegt? Wie siehst du dich? Was hast du zu diesem Zeitpunkt gemacht? Was hast du getan? Was hast du vorgehabt? Was hat dir Freude bereitet? Welche Ziele hattest du? Und wie ist dein Jahr dann verlaufen? Konntest du deine Ziele verfolgen? Was hat sich aufgetan? Was hat sich verändert? Welche Momente haben dich begeistert?

Ich möchte, dass dein Herz springt bei diesen Erinnerungen. Du atmest in diesem Moment. Verdammt du atmest. Du lebst. Du bist. Spürst du deinen Herzschlag? Bewegt sich deine Brust mit deiner Atmung? Dreh die Musik auf , spüre dich und sprühe vor Energie. Kennst du diese Momente in denen du einfach unglaublich dankbar und glücklich bist, ohne ,dass etwas passiert ist? Ich wünsche es dir von ganzem Herzen. Das was um dich herum geschieht , auch schon in den Jahren zuvor, ist ein Spektakel. Du sitzt im Publikum und entweder du lässt dich mitreißen oder du bleibst bei dir. Manchmal ist dieses Spektakel sehr grenzwertig. Womöglich greift dieses Spektakel in dein Leben ein oder gefährdet deine Existenz.

Innerer Reichtum

Aber ist dir bewusst, dass dir nichts gehört? Umso mehr wir uns einer Abhängigkeit hingeben, umso mehr kann uns vermeintlich genommen werden. Wo liegen deine Werte? Wo liegt deine Definition von Glück? Was ist erfüllend? Bist du unglücklich, weil du nicht in den Urlaub fliegen kannst? Ist es zu Hause denn so schlimm? Können wir uns nicht mit dem glücklich schätzen, was wir bereits haben?

„Sagt die, die vor zwei Jahren ins Ausland abgehauen ist und nirgends für längere Zeit bleiben konnte.“

Ganz genau. Ich bin der inneren Suche nachgegangen und habe gefunden, was ich suchte. Versteh mich nicht falsch, es soll uns allen gegönnt sein, sich fortbewegen zu können aber es sollte uns nicht in eine Dauerschleife aus Unzufriedenheit bringen. Ja, es ist schade, nervig oder unbequem. Aber dann ist es auch gut. Du hast Essen, ein Dach über dem Kopf, bist versorgt, hast womöglich Freunde und Familie. Die Schatzsuche darf losgehen: Und zwar in Dir. In den Augen deines Gegenübers. Praktiziere Nächstenliebe, Selbstliebe, Demut, Dankbarkeit und Frohsinn und du wirst  für immer reich sein.

Frei machen

Lass es mich erklären: Ich hatte schon immer ein herausforderndes Verhältnis mit der Vergangenheit. Loslassen fiel mir sehr schwer. Alte Fotos, Briefe oder Musik haben oft zu emotionalen Ausbrüchen geführt und es hat Tage gedauert, bis ich wieder in der Gegenwart ankommen konnte. Im heutigen Zeitalter sind alle auf den sozialen Medien vernetzt, teilen Fotos, Erinnerungen und man tauscht sich ständig aus. Ich bin letztes Jahr überstürzt wieder her gekommen und geblieben. Meine Ideen, Kontakte und Pläne wurden plötzlich über den Haufen geschmissen. Was blieb waren Erinnerungen, Fotos, Musik und die immer wiederkehrende Frage „ Wann kommst du wieder zurück, Sina?“ Heute kann ich sagen: „Vielleicht komme ich nie wieder zurück und das ist okay. Ich liebe jeden von euch und trage euch in meinem Herzen.“ Bis vor Kurzem hat es mich zerissen und ich hab es nicht ausgehalten an einem Fleck zu sein, mich dem hinzugeben und immer zu fühlen: Woanders könnte ich womöglich noch tiefer diesem und jenem Aspekt meines Selbst nachgehen. Mag sein.

Schatzsuche

Aber letztlich liegen alle Schätze in uns. Alles, ist in dir zu finden. Wenn du deine Außenwelt ändern möchtest, dann frage danach und es wird sich verändern. Ebenso erging es mir hier – ich fragte nach Menschen, Situationen und Möglichkeiten und sie taten sich auf und es hört nicht auf. Die Magie des Lebens liegt vor dir, immer. „ Das Glück liegt immer direkt vor deinen Füßen“, sagte mir ein Freund einmal. Dieser Satz ist so simpel, so einfach und absolut wahrhaftig. Es ist jedoch deine eigene Perspektive, Ausrichtung und Haltung, die das Glück direkt vor deine Füße legt. Wir dürfen Ziele, Ambitionen und Wünsche haben, doch dürfen wir nie vergessen, was bleibt, wenn alles im Außen nicht mehr ist.

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